Der Schiffer hat das Wort

"Ich fühle mich ruhiger, seit ich NPRC-Mitglied bin"
Roel Eerkes, Schiffsführer auf der Lydia

 

MONHEIM AM RHEIN – Ehrlich ist ehrlich, Roel Eerkes wurde nicht aus reinem Luxus NPRC-Mitglied. Es war im Jahr 2009, schwere Zeiten für freie Schiffer. Die Kooperation bot ihm als Unternehmer, aber vor allem auch als Vater von drei Töchtern, die Sicherheit, die er benötigte. "Da man mit Vielen zusammen ist, ist man viel stärker. Ich brauche mich nicht mehr so viel mit der Suche nach einer Fahrt oder der Beitreibung meiner Rechnungen zu beschäftigen. Und gleichzeitig hat der Verlader bei der NPRC mehr Sicherheit. Dies bringt doppelten Vorteil."

Lydia

 

Roel Eerkes (Terneuzen, 1982) ist Kind einer Schifferfamilie. Er wurde auf der Willy (360 Tonnen) geboren und wuchs auf der Wilhelmina (1542 Tonnen) auf. Sein Leben lang hielt er seinen Eltern vor, wenn er später groß sei, würde er selbst ein Schiff haben. An seinem 25. Geburtstag war es so weit. Eerkes begab sich mit seiner Frau und drei Töchtern erstmals auf die Fahrt. Auf seinem eigenen Schiff, der Lydia, mit einer Ladefähigkeit von 1.263 Tonnen.

 

Unter dem Selbstkostenpreis

Zwischen 2006 und 2008 ging es dem jungen Unternehmer und seiner Frau sehr gut. "Es waren genügend Befrachter auf der Suche nach einem Schiff. Man konnte sie buchstäblich gegeneinander bieten lassen", erzählt er, während die Lydia zwischen Düsseldorf und Köln den Rhein hinauffährt. Die dicke Schicht Schnee am Ufer kann die Industrie nicht verbergen: Dies ist das Maschinenhaus Deutschlands. Ende 2008 kam die Wende. "Infolge der Krise gab es immer weniger Arbeit. War das Schiff leer, musste man sehr lange auf eine neue Fahrt warten. Es war so schlimm, dass man entweder stilllag oder Arbeit unter dem Selbstkostenpreis annehmen musste."

 

Zuerst sehen

Eerkes beschloss 2009, probeweise NPRC-Mitglied zu werden. "Ich wollte zunächst einmal sehen, was die Kooperation war und was sie für mich tun konnte", skizziert Eerkes seine anfängliche Haltung. Nach drei Monaten gab es keinen Zweifel mehr. "Ich bin damals in die Kooperation eingetreten", lacht der junge Schiffer.

 

Spart Arbeit

Über die Vorteile kann Eerkes lange reden. "Ich kann mich wirklich mit dem Schiff, der Fahrt und meiner Familie beschäftigen. Im Büro, sowohl in den Niederlanden als auch in Deutschland, gibt es Menschen, die für mich die Fahrten, die Bedingungen und die Zahlungen regeln. Das spart enorm viel Arbeit. Dabei erhält man als Kooperationsmitglied noch eine Gewinnausschüttung, wenn dies am Ende des Jahres möglich ist. Das geht alles sehr transparent vonstatten."

 

Kooperation ist Sicherheit

Neben Arbeit erspart man sich auch Stress, bestätigt Eerkes. Als freier Schiffer kann man selbst oder über ein kommerzielles Befrachtungskantor an Arbeit kommen. "Dann muss für jede Fahrt über die Bedingungen verhandelt werden."

Lydia aan dek

 Wie wichtig diese Bedingungen sind, zeigt ein Beispiel aus jüngster Zeit. "Wir hatten eine Stockung in Deutschland, weil auf dem Main der höchste befahrbare Wasserstand überschritten war. Wir lagen mit Fracht und allem still. Als Einzelgänger kann man dann nur hoffen, dass man für diese Situation etwas geregelt hat. Und dass dieses 'etwas' in der Verhandlung nicht weggefallen ist. Aber als Mitglied der NPRC weiß ich genau, was geregelt wurde." Eerkes hält kurz inne. Dann: "Es ist die Sicherheit, die es innerhalb der Kooperation so angenehm macht."

 

Transportsicherheit

Auch für den Verlader bietet die NPRC viele Vorteile, so Eerkes. "Der wichtigste heißt Transportsicherheit. Mit ungefähr 80 Schiffen haben wir eine Gesamt-Ladefähigkeit von 150.000 Tonnen. Ein Verlader weiß daher, was wir im Verband bewirken können. Und wenn ein Schiff in Verzug gerät, versuchen wir, diese Fahrt durch ein anderes Mitglied auffangen zu lassen."

 

Der Kunde weiß, was er bekommt

Für Eerkes ist es logisch, dass Verlader mit der NPRC auf Fahrt gehen wollen. "Ich habe verstanden, dass es Verlader gibt, die lieber ein wenig mehr bezahlen, als eine Fahrt einem Unternehmen außerhalb der NPRC anzubieten. Denn bei uns wissen sie, was sie bekommen. Sicherheit, Qualität, einen sauberen Raum und weitere Dinge dieser Art."

 

Auch in guten Zeiten Mitglied bleiben

Aber jetzt die Gretchenfrage. Eerkes wurde in schwierigen Zeiten Mitglied, aber was macht der Unternehmer, wenn der Markt wieder anzieht? Eerkes antwortet ohne zu zögern: "Dies wäre kein Grund, wegzugehen. Auch wenn man als Einzelunternehmer in Spitzenjahren dann besser wirtschaften kann. Aber dann hat man selbst wieder viel mehr Arbeit und es fehlt die Stabilität der Kooperation. Kurz: Dies würde ich nicht so ohne Weiteres über Bord werfen."

 

Unternehmer, Partner und VaterSchipper aan het woord:schipper en vader

"Und außerdem: In den schlechteren Jahren verteilt die NPRC die Arbeit ehrlich unter den Mitgliedern. Dies beruhigt sehr. OK, manchmal lagen wir still, aber dann habe ich mir die Ohren nicht nach einer Fahrt heiß telefoniert, dann habe ich mich mit meiner Familie befasst oder Wartungsarbeiten am Schiff ausgeführt. Ich wusste, dass man im Büro für mich beschäftigt war, dass ich darauf vertrauen konnte. Ich fühle mich ruhiger, seit ich NPRC-Mitglied bin, als Unternehmer und daher auch als Partner und Vater."